05 – Experiment: keine tierische und mehr pflanzliche Ernährung

Was vorher passiert ist:

In meinem vierten Blog schrieb ich über meine plötzliche Anerkennung der Probleme, mit der Art wie ich (und die meisten der Welt mit mir) Lebensmittel verzehre: Milchprodukte, Fleisch und Fisch – Ich mag, ‘selbstverständlich‘, dass diese Produkte 1) gut und lecker schmecken, 2) jeden Tag des Jahres verfügbar, und 3) günstig sind!

Dass meine drei ‘Anforderungen‘ an Ernährung katastrophale Folgen für die Erde und die Tiere (Geflügel- und Tierhaltung) habe, habe Ich irgendwo gehört, aber ich habe nie bewusst darüber nachgedacht oder etwas unternommen.

Weil Kleinbauern nicht ‘billig/günstig‘ und ‘jeden Tag‘ erfüllen können, werden sie größtenteils durch Mega-Ställe ersetzt worden. Ein solcher Stall besteht aus genetisch identischen Tieren, wobei ein Vater nach Geschmack ausgewählt wurde. Alle Tausende von Tieren sind alle gleichermaßen ‘schmackhaft‘ und gleichzeitig anfällig für Krankheiten. Deshalb Antibiotika! Und viel, sehr viel!

Weil ich als Verbraucher im billigsten Supermarkt einkaufen möchte, werden die Anbieter unter Druck gesetzt, die Preise zu senken. Dadurch wird mehr Wert auf Quantität (schnelle und hohe Produktion) gelegt, was auf Kosten der Qualität geht. Ich kann mir vorstellen, dass eine erhöhte Produktion auch auf Kosten des Wohlergehens von Hühnern, Schweinen und Kühen geht. Dazu scheint die Produktion von Tierfutter so ineffizient zu sein, so viel Wasser zu verbrauchen, so viel Platz für Tierfutter wegzunehmen, so viel CO2 und Methan zu emittieren, dass ich mich schäme nicht früher hierüber nachgedacht zu haben.

Wie bereits im vorherigen Blog erwähnt, habe ich nach dem Dokumentarfilm „What the Health“ mehr über die positiven Auswirkungen der pflanzlichen Ernährung gelesen. Und über die (möglichen) negativen gesundheitlichen Auswirkungen der Tierischen Ernährung. Dass Kip Andersen gelegentlich übertreibt, nur wissenschaftlichen Ergebnisse nutzt, die in dem Raster passen, nehme ich vorlieb – er scheint der erste zu sein, der mir klar macht, dass es so nicht weitergehen kann, wie wir die Erde behandeln, die Tiere und unsere Gesundheit! Ich habe die Idee, dass viele Menschen hinter dem Konzept ‘weniger tierisch, mehr pflanzlich‘ stehen wollen. Allerdings handeln nur wenige Menschen darauf. Es wäre nicht leicht zu machen. Es bringt dich außerhalb des normal akzeptierten ‘Lifestyles‘. Und so gibt es wahrscheinlich mehr Gründe (oder Ausreden). Für mich war es der gesundheitliche Effekt, der mich dazu veranlasste, zu experimentieren, um mindestens zwei Wochen lang keine tierischen Produkte zu essen. Nur pflanzliche. Meine Verlobte, glücklicherweise, machte mit.

Das Experiment: keine tierischen Produkte zum Essen für 2 Wochen

Und so haben wir angefangen. Zuerst zum Supermarkt zum Einkaufen. Es war sofort ersichtlich, dass mehr als 95% der Lebensmittel tierischen Ursprungs sind oder tierische Inhaltsstoffe enthalten. Das Lesen aller Etiketten gab mir sofort eine Vorstellung davon, wie viel zu verarbeiteten Lebensmitteln hinzugefügt wird. Nicht immer gesund und nicht so einfach, völlig pflanzliche Produkte zu finden. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten. Wir lagerten folgenden Lebensmittel:

Als GRUNDLAGE:

Zum Frühstück:

Haferflocken, (gefrorene) Früchte, Chiasamen, Soja-/Mandel-joghurt und -Milch und Leinsamen öl.

Zum Mittagessen:

Vollkornbrot (Bäcker), Reiskuchen, pflanzliche Margarine, Erdnussbutter, dunkle Schokostreusel, Apfelsirup, Marmelade, Kichererbsen, Tahin, Zitrone (Hummus selber machen, lecker!), Avocados.

Zum Abendessen:

Kartoffeln, Süßkartoffeln, Vollkornnudeln, Vollkornreis, schwarze Bohnen, Kidneybohnen, Kapuziner, Kichererbsen und Linsen. Außerdem viele Gemüse, frisch und manchmal in Dosen (gewürfelte Tomaten, zum Beispiel), Zwiebeln, Knoblauch, Chili, Kokosmilch, Tomatenmark, Kräuter (Petersilie und Koriander zum Beispiel) und Olivenöl.

Für zwischendurch:

viel Obst, und ungesalzene Nüsse für die Diät Cola, das Bier, Wasser oder das Glas Wein; Chips haben wir auch eingekauft: sind zwar pflanzlich aber sehr salzig und fett und deshalb nicht so gesund (ja, man kann wirklich ein ungesundes veganes Leben führen, nur auf Cola und Pommes zum Beispiel!); dunkle Schokolade.

Danach zum Bio-Shop zu erfahren, was für Sojaprodukte und andere Fleisch-Ersatzprodukte bis zu einem gewissen ‘Biss‘ im Abendessen zu kriegen, verkauft werden, wie Soja-Burger, vegetarische Würstchen und so weiter. Es gab auch alle Arten von Gläsern mit Brotaufstrich zum Verkauf. Uns ist aufgefallen, dass man mit diesen verarbeiteten Produkten neben pflanzlichen Nährstoffen auch viele unerwünschte Zusatzstoffe (E-Nummern, aber auch Salz, Zucker etc.) erhalten könnte. Vielleicht noch immer besser als verarbeitete tierische Produkte.

In der Apotheke haben wir schließlich Vitamin B12-Pillen gekauft, wichtig für das Nervensystem und Blut. Ich hatte gehört und gelesen, dass dieses Vitamin von Bakterien hergestellt wird und immer noch in tierische Produkte vorhanden ist, sollte jedoch mit einer vollständigen pflanzlichen Ernährung als einziges Vitamin ergänzt werden.

Mit meinem wissenschaftlichen Hintergrund und meiner Erfahrung im Bereich der klinischen Forschung wusste ich, dass mein Experiment ziemlich falsch war, um es milde auszudrücken. N = 1 ist n = keine, zum Beispiel; will man etwas wissenschaftlich beweisen, dann muss man in großen Zahlen denken (n steht für Zahl). Man sollte nicht zu viele Variablen haben, weil es sonst unklar ist, welche für den möglichen Effekt verantwortlich ist. In meinem Experiment war n = 2, und gab es viele Variablen. So war ich nur ein paar Wochen auf meinem neuen Insulintherapie-Zeitplan (siehe Blog 3) und waren wir vor ein paar Monaten vom Inland (Österreich) an die Küste (Deutschland) umgezogen. Die möglichen Auswirkungen der neuen pflanzlichen Ernährung auf meinen Blutzucker oder meinen Blutdruck oder auf die Pollenallergie (Heuschnupfen) meiner Verlobte könnten durch die anderen Variablen erklärt werden. Jedenfalls war es zunächst ein persönliches Experiment und sollte vor allem mich überzeugen.

Ich erkannte, dass behauptet wurde, dass Entzündungen nicht mehr stimuliert werden – sie würden früher gehemmt werden, wenn man mit tierischer Ernährung aufhören würde. Viele Jahre Basketball, Tennis und andere Sportarten haben meine rechte Schulter chronisch entzündet. Es spielt sich auf, wenn ich im Fitnessstudio zu fanatisch war. Ich habe vor Jahren aufgehört Tennis und Basketball zu spielen. Auch im Fitnessstudio mache ich alles mit weniger Intensität, und ich beschränke Brust- und Schulterübungen auf ein Minimum. Das gab mir die Idee für ein mögliches Ergebnis des Experiments: „Wie fühlt sich meine Schulter an, wenn ich wieder Liegestütze mache?“

Ergebnis:

Um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen: nach dem 2 Wochen-Experiment essen wir 4 Monate später immer noch pflanzlich. Während ich Angst hatte, bestimmte Produkte zu verpassen, war das nicht so schlimm. Stattdessen habe ich viele neue Zutaten kennengelernt. Wenn ich Freunde oder Familie besuche, esse ich was auf den Tisch kommt, das heißt dass ich ab und zu noch tierische Produkte esse. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich das schreiben würde: ich vermisse das Steak, das gegrillte Hühnchen, die Frikadelle oder das Ei nicht – und ich fand das Alles echt seeeeehr nett und lecker. Es scheint, dass (zwei Wochen sind eigentlich zu kurz) mein Körper de-programmiert ist, dass alle meine Körperzellen gute Fettsäuren, Proteine ​​und allen Bausteinen pflanzlichen Ursprungs eingebaut haben, dass meine Darmflora sich neu erfunden hat pflanzlichen Produkte zu verarbeiten ….

Mein HbA1c war zuletzt bei 5,7% und mein Blutdruck war noch nie so niedrig, vielleicht sollte ich meine Candesartan-Dosis (blutdrucksenkendes Medikament) senken (siehe Blogs 2 und 3). Der LDL-Gehalt (‘schlechtes Cholesterin‘) war lächerlich niedrig: 2,19 mmol/l (Normalwert 2,60-3,40) mit einem Wert des kombinierten Cholesterins von 4,11 (Normalwert <5,2). Die Pollenallergie-Attacken (Heuschnupfen) meiner Verlobte waren lange Zeit weg, kamen aber schließlich – in geringerem Maße, sagt sie; außerdem ist die Verstopfung, die ihr ziemlich oft Probleme verursachte, völlig verschwunden. Die neue Darmflora hat offenbar Bakterien, die wissen, was mit pflanzlichen Lebensmitteln zu tun ist!

Push-ups, von 1 bis 3 Sätze von 30 Wiederholungen, gehen ohne Probleme. Ich habe sogar einmal, nach einer Pause von ca. 4-5 Jahren, eine Stunde mit dem Nachbarn Tennis gespielt. Nach den Übungen fühle ich sicher die Schulter (am nächsten Tag), aber der Schmerz ist nicht so scharf wie zuvor und scheint in den Hintergrund verschwunden zu sein.

Vorläufige Schlussfolgerung:

Lebensmittel, so ist meine persönliche Überzeugung, sind keine Arzneimittel und können meine verletzte Schulter nicht heilen. Schon, denke ich, können Pflanzennährstoffe eine entzündungshemmende Wirkung haben und deine Körperzellen besser funktionieren lassen und auch empfindlicher für Medikamente machen. Wenn du den verarbeiteten Fleischersatz und die Snacks außer Acht lasst, erhaltest du mit einer pflanzlichen Ernährung eigentlich nur gute Nährstoffe: arm an gesättigten Fettsäuren (und ungesättigte Trans-Fettsäuren), kein Cholesterin (wirklich kein, das heißt NULL!), viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien. Physisch fühle ich mich gut und ich denke, dass ich alle notwendigen Nährstoffe bekomme; in der Tat, ich weiß es jetzt mit größerer Sicherheit, verglichen mit der Zeit, als ich Fleisch, Fisch und Milchprodukte in meiner Diät hatte. Außerdem habe ich mein Gewissen beschwichtigt, indem ich weniger tierische und mehr pflanzliche Produkte verzehre – es ist ein sehr gutes Gefühl, dass mein derzeitiger ‘Lifestyle‘ weit weniger Anspruch auf die Umwelt hat und zu weniger Tier Leid führt!

Diesen Blog zu schreiben, hat mich sehr erregt und bringt die Frage mit sich, warum es offenbar so schwierig war, für eine Veränderung meines ‘Lifestyle‘ offen zu sein.

Würden andere, wie ich, irgendeine Art von Anstupsen brauchen, um ein Experiment wie hier beschrieben durchzuführen? Ehrlich gesagt, kann es nicht weh tun, oder?

Hinterlasse einen Kommentar, wenn du denkst, dass du mehr Tipps brauchst.

 


 

WEITER LESEN

Häufig gestellte Frage:

Hast du genug Kalzium und Protein, wenn du keine tierischen Produkte mehr isst? Du bekommst diese Art von Fragen sehr oft, wenn du sagst, dass du vollständig pflanzlich isst. Was ich zuerst denke, aber nicht ausspreche, ist, ob der ‘fragende Karnivore‘ selbst denkst genug Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren zu bekommen? Und dann noch kurz über Kalzium und Proteine: es gibt tatsächlich Kalzium in Milch, und Proteine ​​kannst du bekommen aus Milchprodukten, Fleisch und Fisch – aber Kalzium und Protein kannst du auch aus pflanzlichen Quellen bekommen OHNE den Überschuss an gesättigten Fetten und Cholesterin.

Es gibt viele Bücher und Online-Publikationen zu pflanzlichen Diäten. Ich würde Ihnen gerne ein wundervolles Buch empfehlen, das ich gelesen habe, aber es wurde leider nicht ins Deutsche übersetzt. Trotzdem habe ich online zwei Deutsche vegane Foodies gefunden, Nadine und Jörg, mit sehr leckeren pflanzlichen Rezepten.

Cholesterin

Es ist nicht notwendig, Cholesterin durch die Diät zu bekommen, weil die Leber die erforderliche Menge (Baustein der Zellen und Hormonen) in deinem Körper produziert. Das Gleichgewicht zwischen dem Cholesterinspiegel in deinem Blut und dem, was deine Leber produziert, kann gestört werden, zum Teil durch deinen Lebensstil – zum Beispiel durch das Essen einer Menge gesättigter Fette; auf der andere Seite, (mehrfach) ungesättigte Fette wirken sich positiv auf dein Cholesterin aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.